„BÄH“ im Kopf – Was tun?

„BÄH, BÄH, BÄH,….!!!!“ meine damals 3-Jährige Nichte stand im Hausflur und war sichtlich misslaunig. Ich war zu Besuch bei meinem Bruder und wir verabschiedeten uns gerade, als die kleine aus dem Wohnzimmer kam und recht lautstark ihr ungemach in die Welt schrie. Mein Bruder reagierte ganz ruhig, kniete sich vor sie hin und fragte, was den los sei. Das „BÄH“ wurde etwas leiser und es entstanden kleine Pausen dazwischen. Mein Bruder nahm sie in die Arme und fragte kurze Zeit später ganz liebevoll „Wo ist denn das BÄH?“. Meine Nichte wurde auf einmal ganz ruhig, schaute meinen Bruder mit großen Augen an und deutete auf ihren Kopf: „Da!“ sagte Sie, setzte ein lächeln auf und ging wieder Spielen.
Dieses Erlebnis hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Ich weiß nicht ob die kleine bewusst, intuitiv, oder einfach aufgrund der Frage meines Bruders die „BÄH-Gedanken“ losgelassen hat. Sicher ist nur, dass sie sich ganz schnell wieder gut gefühlt hat und wieder fröhlich war. Wie kann das also Funktionieren so schnell seine Stimmung zu ändern?

Unsere Gedanken bestimmen unsere Gefühle

Viele Menschen kennen das eher in die andere Richtung. Man ist super gut drauf und dann passiert oder man hört irgendetwas und die Stimmung ist dahin. Das kann richtig schnell gehen. Die Sonne scheint, die Welt ist schön und dann kommt z.B. ein Anruf und Bähm! Auf einmal ist alles S……. . Also warum soll das nicht auch in die andere Richtung funktionieren können? Wenn Du etwas in Deiner Erinnerung kramst, findest Du bestimmt ein Erlebnis wo es genau umgekehrt war. Deine Stimmung war eher suboptimal, dann kam ein Anruf, oder jemand hat Dich angelächelt und von jetzt auf gleich fühlst Du Dich gut.
Es funktioniert also in beide Richtungen. Es ist also möglich dass sich Deine Stimmung durch das was Du gerade denkst ändert. Du warst schlecht gelaunt und das Lächeln, die netten Worte einer Person oder vielleicht auch nur eine Textnachricht haben Deine Gedanken in eine andere Richtung gelenkt. Deine negativen Gedanken wurden durch positive ersetzt und entsprechend hat sich Deine Stimmung verbessert. Unsere Gedanken bestimmen also unsere Gefühle.

Du kannst bestimmen, wo die Reise hingeht

Wie kannst Du das für Dich nutzen? Kannst Du deine eigenen Gedanken kontrollieren, praktisch selbst bestimmen was Du denken willst? Ja, Du kannst! Zugegeben, in manchen Situationen scheint es fast unmöglich, einen positiven Gedanken zu finden. Das was man im außen erlebt hat scheint einem praktisch keine Wahl zu lassen. Doch das ist eine Illusion. Eine Illusion, die viele Menschen glauben und gar nicht in Frage stellen, weil sie es so gelernt haben. Doch Du kannst es (wieder) umlernen und Dich mehr und mehr dahin trainieren, der Herr (oder die Herrin) über Deine Gedanken zu werden.
Unser Gehirn läuft gerne sozusagen auf Autopilot. Das ist wenig anstrengend und spart Energie. Rein Organisch gesehen ist es dem Hirn egal ob die Gedanken positiv oder negativ sind. Es schüttet einfach den Entsprechenden Chemiecocktail aus und denkt entsprechend weiter in den gewohnten Bahnen. In der Regel folgen auf Gedanken, die schlechte Gefühle machen wieder Gedanken die schlechte Gefühle machen und auf die positiven Gedanken folgen positive. Was viele nicht wissen oder vielleicht sogar wissen und nicht dran denken ist, sie können die Richtung selbst bestimmen. Du kannst bestimmen wo die Reise hingeht.

Welcher Gedanke fühlt sich ein bisschen besser an?

Natürlich ist es ein großer Sprung von „zu Tode betrübt“ nach „himmelhoch jauchzend“. Oft ein etwas zu großer Sprung. Wenn jemand gerade etwas wirklich mieses erlebt hat und sich dann denkt „Ich bin glücklich“ wird er das vermutlich nicht fühlen können. Das glaubt sie sich dann selbst nicht und damit ändert sich auch das Gefühl nicht. Kleine Schritte sind angesagt. Welcher Gedanke fühlt sich ein bisschen besser an? Zum Beispiel von „Ich kann das nicht“ zu „Ich würde das gerne können“ zu „Es wäre schön, wenn ich das könnte“ zu „Wie schön wäre es wenn ich das könnte“ zu „Kann ich das lernen?“ zu „Ich kann das lernen“ bis „Ich lerne das jetzt“…… .Lass Dir zeit mit jeder einzelnen Aussage, bis Du sie „fühlst“. Das kann die ersten male etwas länger dauern und um so mehr Du das übst, um so schneller kannst Du Dich selbst aus einem Tief wieder nach oben ziehen.

Bedeutung

Bei meiner kleinen Nichte ging das ganze sehr schnell. Schneller und auf eine andere Art und Weise funktioniert auch ein anderer Weg. Ein Weg, den man auch erst einmal wieder entdecken darf, wenn man ihn schon länger nicht mehr gegangen ist.
Welchen Einfluss Erlebnisse oder Dinge auf unsere Gefühle haben liegt nicht in den Dingen oder Erlebnissen selbst. Die Gefühle werden durch die Bedeutung, die wir dem Geben was wir gerade Erleben bestimmt. Du kannst einer Roten Ampel die Bedeutung von „Mist jetzt muss ich warten geben“ oder von „Oh toll, jetzt habe ich kurz Zeit um mich um zu sehen, oder durchatmen oder bei schönem Wetter das Verdeck des Kabrios zu öffnen (falls es noch zu ist)“. Was immer es ist 😉 . Wenn Dich jemand enttäuscht, kannst Du es persönlich nehmen und dich darüber ärgern oder Du kannst Dich darüber freuen, dass Du über diese Person wieder etwas neues gelernt hast. Und natürlich alle Zwischentöne.

Übung macht den Meister

Wenn Du bisher also immer nur eine Bedeutung gegeben hast und sozusagen etwas aus der Übung bist, kannst Du das leicht ändern. Nimm Dir etwas Zeit und beginne damit, vergangenen Erlebnissen die Du bisher eher negativ bewertet hast neue, positive(re) Bedeutungen zu geben. Trainiere Dein Gehirn nach und nach immer mehr dahin neue Bedeutungen zu geben. Um so mehr Du das tust, um so leichter fällt es Dir in Zukunft den Dingen eine Bedeutung zu geben, die Dir ein gutes Gefühl geben. Das ist nicht nur viel angenehmer. Vielleicht hast Du schon bemerkt, dass wenn man sich schlecht fühlt, das Denken bei weitem nicht so gut funktioniert als wie wenn Du Dich gut fühlst. Es ist irgendwie eingeschränkt. Wenn Du Dich gut fühlst hingegen fallen Dir oft z.B gute Lösungen ein, auf die Du wenn Du Dich schlecht gefühlt hättest nicht gekommen wärst.

Du kannst das Heft selbst in die Hand nehmen

Eine weiter Technik wie Du Dich aus dem Gefühlskeller herausholen kannst kannst Du hier in einem älteren Artikel nachlesen.
Du bist also nicht hilflos den äußeren Umständen ausgeliefert. Du kannst das Heft selbst in die Hand nehmen und ganz bewusst beeinflussen wie Du Dich fühlst. Es erfordert etwas Übung, wenn man es länger nicht gemacht hat und je mehr Du es übst und anwendest, um so leichter fällt es Dir Dich absichtlich Gut zu fühlen! Du kannst Dich einfach entscheiden und falls Du noch daran Zweifelst, dass Du das auch kannst……..Was ein kleines Mädchen kann, kannst Du schon lange, vielleicht darfst Du Dich nur erst wieder daran erinnern und etwas üben wie es geht 😉

Dein Alex

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