Was glaubst Du?

Vor kurzem durfte ich einen Kurs zum Thema Selbst- und Fremdwahrnehmung geben. Es hat eine Menge Spaß gemacht und da es diesmal für mich auch eine vollkommen neue Klientel war, war das auch eine ganz neue Erfahrung für mich. Zum ersten mal waren Teilnehmer im Kurs die sozusagen „geschickt“ wurden. Die also nicht aus eigenem Antrieb dieses Seminar besucht haben. Eine spannende Aufgabe jemanden für das Thema zu begeistern, der nur da ist, weil er muss. Das aber nur am Rande bemerkt. Was mir in diesem Kurs besonders aufgefallen ist, war das relativ häufig von den Teilnehmern limitierende aussagen über sich selbst getroffen wurden. „In meinem Alter ist es schwer eine neue Arbeit zu finden“ oder „Sich in diesem Bereich selbständig zu machen ist richtig schwer“ sind nur 2 Beispiele davon.

Glaubenssätze

Im Modell von NLP nennt man das „(limitierende) Glaubenssätze“. Also Dinge die man für Wahr hält, die man glaubt. Oft weil man das (mehr oder weniger) oft gehört hat, weil man selbst die Erfahrung gemacht hat oder vielleicht auch nur weil es jemand gesagt hat, dem einfach mal glaubt weil man ihn oder sie für eine*n Experten*in hält. Oft ohne zu hinterfragen.

Ja, es mag sein, dass es einige Menschen gibt, die die 40 schon vor vielen Jahren überschritten haben und wirklich Probleme haben eine neue Anstellung zu finden. Genau so gibt es auch jüngere mit dem gleichen Problem wie es Menschen jenseits der 50 gibt die genau so leicht eine neue Stelle finden wie ein 25 jähriger. Es mag auch Firmen geben, die jemanden aufgrund des „zu hohen“ alters nicht einstellen, genau so wie es Arbeitgeber gibt, die junge Menschen wegen zu geringer Berufserfahrung nicht einstellen. Es scheint mir so zu sein, dass vor allem diejenigen dieses Problem mit dem „hohen alter“ haben, die glauben, das sie deswegen ein Problem haben.

Egal ob du glaubst, dass du es kannst oder glaubst, dass du es nicht kannst, du behältst auf jeden Fall Recht.

(Henry Ford)

Glaubenssätze beziehen sich auf das was wir über uns als Person glauben (z.B.: Ich kann mich nicht konzentrieren; Ich bin halt kein Erfolgstyp,…..), was wir über Dinge, andere Personen oder die Welt an sich glauben (z.B.: Man kann mit 40 doch nicht mehr…..; Geld verdirbt den Charakter; BMW-Fahrer sind……) oder was wir über Ursache und Wirkung glauben (z.B.: Wenn ich in der Früh keinen Kaffee bekomme, komme ich nicht in die Gänge; Weil ich gestern in der kälte gestanden bin, bekomme ich bestimmt eine Erkältung…….).Jeder hat Glaubenssätze, das ist an sich nichts schlechtes. Die Frage ist, ob sie Dir weiterhelfen oder ob sie dich einschränken. Aus den vielen einzelnen Glaubenssätzen entsteht ein ganzes, persönliches Glaubenssystem welches maßgeblich beeinflusst, was jemand in seinem Leben macht oder nicht macht, und damit, was er erreicht.

Haben alle die gleichen Glaubenssätze?

Wenn Du z.B. eine reiche Person fragen würdest, was er oder sie für Glaubenssätze zum Thema Geld hat, bekommst Du mit Sicherheit ganz andere Antworten als wenn Du jemanden frägst, der ständig in finanziellen Schwierigkeiten ist. Das gleiche gilt z.B. auch für Erfolg, Beziehung, Freundschaften, Gesundheit,…. usw. . Zu praktisch jedem Thema oder Lebensbereich haben wir Glaubenssätze, die wir für wahr halten und die wir leider oftmals nicht wirklich auf ihren tatsächlichen Wahrheitsgehalt prüfen.

Wie kannst Du Glaubenssätze erkennen?

Glaubenssätze verallgemeinern oft etwas. Es ist auch nicht klar woher die Information kommt, dass z.B. Geld den Charakter verdirbt. Es gibt auch bestimmte Schlüsselwörter auf die Du achten kannst:

* Immer
* Alle
* Man
* Grundätzlich
* Jeder
* Keiner

Eine Möglichkeit, wie Du vor allem Deine Eigenen Glaubenssätze erkennen kannst ist, wenn Du z.B. ein Ziel nicht erreicht hättest. Dann kannst Du Dich einfach fragen, was Dich daran gehindert hat es zu erreichen. Du wirst unter Deinen Antworten viele (limitierende) Glaubenssätze entdecken können. Alternativ kannst Du Dir auch ein wirklich großes Ziel setzen und wenn Du glauben solltest dass es nicht erreichbar wäre, frage dich „Warum?“.Sehr interessant wird es auch wenn es um Sprichwörter geht. Man neigt schnell dazu sie zu glauben, weil sie die Oma, der Vater oder Lehrer*innen immer wieder von sich geben. Sie scheinen in aller Munde zu sein wie z.B.: „Aller Anfang ist schwer.“ oder „Ein Unglück kommt selten allein.“ . Nur müssen sie deshalb wirklich stimmen?

Wie kannst Du Glaubenssätze auflösen?

Oft reicht es schon, wenn Du sie gründlich hinterfragst und Gegenbeispiele findest. Wenn z.B. jemand folgenden Glaubenssatz hätte: „Ich bin halt kein Erfolgstyp.“ Kannst Du folgende Fragen stellen:

* Was genau bedeutet Erfolg?
* Hattest Du wirklich noch nie und in keinem Lebensbereich Erfolg?

Vermutlich hat jeder schon einmal in dem ein oder anderen Bereich schon einmal Erfolg gehabt. Dann kann es ein echtes Aha-Erlebnis sein wenn man die Glaubenssätze aus diesem Bereich mit denen aus einem anderen Bereich vergleicht in dem man sich für nicht erfolgreich hält.Ganz allgemein, kannst Du aus folgenden Fragen die passenden Auswählen:

* Wer genau ist mit „man“ gemeint?
* Gilt das wirklich für alle Menschen, oder gibt es Ausnahmen?
* Wer hat das gesagt?
* Woher weiß er das?
* Woher weißt Du das?
* Macht der Satz überhaupt Sinn?
* Nützt es das zu glauben?
* Macht es glücklicher das zu glauben?
* Was wäre, wenn das Gegenteil wahr wäre?
* Gibt es Menschen die etwas anderes Glauben und fahren sie damit besser?
* Will ich das Glauben?

Sehr spannend wird es auch, wenn Du anfängst herauszufinden, welche Glaubenssätze andere Menschen haben. Vor allem Menschen die schon etwas erreicht haben, das Dir bisher nicht gelungen ist obwohl du wolltest. Ich traue mich Wetten, das es da Unterschiede gibt 😉

Sei also vorsichtig mit dem was Du für wahr und richtig hältst und sei wachsam. Nicht alles was sich im ersten Moment logisch oder vertraut anhört muss zwangsläufig richtig sein. Es gibt viele Wege die Du gehen kannst wenn Du etwas in Deinem Leben verändern willst. Der wichtigste dabei, neben dem aktiv werden, ist es Deine Glaubenssätze herauszufinden, zu prüfen und sie ggf. durch nützliche zu ersetzen, weil das Gehirn immer bestrebt ist zu beweisen, dass es recht hat. Leider prüfte es vorher nicht was es glaubt und ob es nützlich ist. Wenn Du also einmal ehrlich Dein Leben anschaust, kannst Du leicht feststellen, ob das was Du glaubst Dich wirklich dahin bringt wo Du hin willst.

Danke dass Du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast. Ich wünsche Dir nun viel Spaß beim forschen, hinterfragen und auflösen bzw. verändern.

Dein Alex

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