Wie Du Vorwürfen begegnen kannst

„Nie bringst Du den Müll runter!“ Ein echter Klassiker. Genau so wie „Das ist typisch für Dich!“ oder „Immer machst Du alles falsch!“. Es gibt bestimmt noch hunderte von Beispielen was man seinem Partner vorwerfen oder was man selbst vorgeworfen bekommen kann. Manchmal geht es tatsächlich sogar um das genante Thema, meistens steckt aber mehr dahinter.

Abstreiten und Gegenvorwürfe

Was kann man also tun, wenn man mit einem Vorwurf konfrontiert wird? Viele entscheiden sich in so einer Situation dafür, es erst mal abzustreiten. „Stimmt doch gar nicht!“ war früher oft meine reflexartige Antwort. Unabhängig davon, ob der Vorwurf gerechtfertigt war oder nicht endete das ganze dann meistens in einem handfesten Streit. Nicht zu letzt weil ich bei der Gelegenheit versuchte mich mit anderen Vorhaltungen und Vorwürfen an meine Partnerin zu verteidigen. Tatsächlich hatte ich die Hoffnung, dass sie dadurch einsehen würde, dass sie auch vieles „falsch“ macht und schon allein deswegen einlenken würde. Was soll ich sagen….sie tat es nicht. Meistens endete das ganze erst, wenn einer von uns beiden nach einem längeren, und intensivem Streit den Raum verließ.

Da abholen wo der Andere ist

Also abstreiten und Gegenvorwürfe sind es schon mal nicht. Was kannst Du also tun, wenn dir dein Partner bzw. deine Partnerin etwas vorwirft und du gerade keine lust auf Streit hast?
Gehe darauf ein. Nimm ihn ernst. Er (oder sie) will Dir damit etwas sagen. Meistens ist es nur dass, was das Fass zum überlaufen gebracht hat und es steckt noch mehr dahinter. Was das genau ist, spielt aber im ersten Moment keine Rolle. Er ist gerade sauer und schlecht gelaunt. Das ist der Startpunkt. Jetzt den Hobby-Psychologen raus zu holen bringt Dich an dieser Stelle auch nicht weiter. Du darfst ihm das Gefühl vermitteln, dass Du auf seiner Seite bist. „Wirklich? Das war mit nicht bewusst, dass Dich das so ärgert/belastet.“ oder „O.k., was habe ich denn falsch gemach?“ wären mögliche erste Antworten auf solche Vorwürfe. Achte dabei auch auf Deinen Tonfall und Deine Mimik. Mit einem lächeln im Gesicht und Ironie in der Stimme machst Du es nicht besser. Starte etwas weniger ärgerlich als er und werde dann sanfter mit deiner Stimme. Damit holst Du ihn da ab, wo er gerade ist und signalisierst Gesprächsbereitschaft.

Mach ihr gute Gefühle

Dein Job in dieser Situation ist es jetzt, sie (oder ihn) dabei zu unterstützen aus dem Gefühls-Keller wieder raus zu kommen. So lange sie wütend auf Dich ist, wird kein vernünftiges Gespräch zustande kommen. Du weißt selbst am besten wie das geht. Vielleicht lässt Du sie erst mal reden. Höre zu, und tu Dir dabei selbst den Gefallen und nimm nicht alles persönlich. Vielleicht bietet sich auch die Gelegenheit für etwas Selbstironie oder einen Witz. Manchmal hilft es auch kurz das Thema zu wechseln (am besten etwas, dass sie interessiert und von dem Du weißt, dass es ihr gute Gefühle macht 😉 ). Was immer es ist was sie aufheitert, mach es!……… aber nicht mit der Brechstange. Gehe mit ihr Schritt für Schritt die Gefühlsleiter nach oben.

Suche das Gespräch

Wenn er (oder sie) sich nun besser fühlt und der Ärger verflogen ist, ist die Zeit gekommen in Ruhe darüber zu reden, was genau der Punkt war. Ging es wirklich nur um den Müll oder was war der eigentlich Grund? Wenn er gerade nicht darüber reden will, auch gut. Er weiß jetzt, dass die Türe offen steht und Er damit zu Dir kommen kann. Ist es wirklich nur der Müll gewesen, ist jetzt eine gute Gelegenheit eine tragfähige Regelung für die Zukunft zu finden.

Danke dass Du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast und ich hoffe Du findest ihn hilfreich. Falls Du Anregungen oder Wünsche für Themen hast, über die Du hier gerne lesen würdest, oder mir Feedback geben willst, schick mir einfach eine Nachricht. Ich würde mich freuen von Dir zu lesen.

Dein Alex

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