Jetzt ändere ich mein Leben!

Es war vor einigen Jahren. Ich stand Sonntag früh, nach einer durchzechten Nacht, in der Küche. Mein Kopf tat weh, ich fühlte mich matt und schlapp und darüber woher dieser miese Geschmack in meinem Mund kam wollte ich gar nicht erst nachdenken. Es war nicht die erste solche Nacht in dieser Zeit. Mir wurde bewusst, dass sich solche Nächte in der letzten Zeit beängstigend häuften. Es lief es auch insgesamt nicht besonders gut. Ich war immer noch Single, mein damaliger Job machte mir nicht wirklich Spaß, genau so wenig wie mein Kontostand, sportlicher war ich auch schon mal und ich fühlte mich oft kraftlos und ausgelaugt.

Gar nicht gut!

An diesem Sonntag stand ich also in meiner Küche. Während ich darauf wartete, dass die Kaffeemaschine ihrere Arbeit zu Ende brachte, fiel mein Blick auf die leere „Gute-Nacht-Bier-Flasche“ und ich dachte so bei mir „Gar nicht gut! Das ist wirklich so überhaupt nicht gut was ich da mache.“. Trotz der unglaublichen Kopfschmerzen und der festen Überzeugung, dass ich an diesem Tag von meinem Gehirn nicht so arg viel zu erwarten hätte, kam mir sofort in den Sinn was ich alles ändern wollte:

  • weniger Alkohol trinken
  • das Rauchen aufhören
  • mich gesund ernähren
  • regelmäßig Meditieren
  • weniger fernsehen und dafür mehr lesen
  • mindestens 3x die Woche Sport treiben
  • einen neuen Job finden der mir Spaß macht
  • ……

Eine ganz schön lange Liste ist es am Ende geworden. Für diesen Sonntag nahm ich mir aber erstmal vor meinen Kater auszukurieren.

Ich war richtig Stolz auf mich

Es kam der Montag und ich ging es an. Morgens meditierte ich, legte schon mal die Laufklamotten für den Abend raus und überlegte was ich kochen wollte, damit ich auf dem Heimweg von der Arbeit gleich alles einkaufen konnte. Gut, das mit dem Rauchen aufhören, lies ich erstmal sein. Ich wollte es ja nicht übertreiben. Der erste Tag lief also super und auch an den nächsten Tagen setzte ich konsequent um, was ich mir vorgenommen hatte. Der Fernseher blieb aus und dafür las ich bei einer Tasse Tee, aß mehr Obst und Gemüse, kochte selbst, ging laufen und hatte sogar schon die erste Bewerbung verschickt. Ich war richtig stolz auf mich. Zu recht! Ich hatte echt was geleistet.

Ausnahmen

Mit der Zeit fiel es mir dann immer schwerer alles umzusetzen. Die Liste war ja lang und betraf so ziemlich jeden Lebensbereich. Um mir mein Leben leichter zu machen, erinnerte ich mich daran, dass es ja heißt, dass Ausnahmen die Regel bestätigen und ich Erlaubte mir immer mal wieder eine Ausnahme. Mal beim Pizzaservice bestellen, das laufen ausfallen lassen oder ausnahmsweise mal Buch und Tee gegen den Fernseher und Bier tauschen (was sich übrigens sehr gut mit der Bestellung beim Pizzaservice kombinieren lässt 😉 )

Der Anfang vom Ende

Rückblickend betrachtet war das der Anfang von Ende meiner Vorsätze. Kurz gesagt im laufe der Zeit fand ich immer mehr „Gründe“ für Ausnahmen und fiel immer mehr in meine alten Verhaltensmuster zurück. Das Ende vom Lied war dann, dass ich nach 6 Wochen wieder da war, wo ich angefangen hatte. Ich fand immer wieder neue „Gründe“ oder besser gesagt Ausreden dafür Ausnahmen zu machen, solange bis sie zur wieder zur Regel wurden.

Zeitsprung:

Heute habe ich schon viel von dieser Liste umgesetzt. Ich ernähre mich weites gehend gesund, Meditiere regelmäßig, lebe in einer wundervollen Beziehung, mache Beruflich was mir wirklich Spaß macht, treibe regelmäßig Sport, usw. Wie habe ich das geschafft, nachdem ich beim ersten Versuch so kolossal gescheitert war? Von jetzt auf gleich alles im Leben zu ändern ist vermutlich der schwerste Weg. Für mich war er offensichtlich zu schwer. Vielleicht braucht es dazu einfach mehr Selbstdisziplin oder auch einen wirklich triftigen Grund wie z.B ein wirklich großes Ziel, welches ich zu der Zeit einfach nicht hatte. Wie habe ich es also geschafft, diese lange Liste an Veränderungen wirklich umzusetzen?

Eins nach dem Anderen

Eins nach dem Anderen! Klingt absolut banal und macht vieles leichter. Ich habe damit angefangen regelmäßig Sport zu treiben, bis es mir zur Gewohnheit wurde, bis es ein Teil meines Alltages war, über den ich gar nicht mehr nachdenken musste. Erst dann bin ich das nächste angegangen. In ganz kleinen Schritten und immer mit dem Gefühl, dass mein Leben schon super ist und ich es damit einfach noch ein bisschen besser mache. Etwas weniger Zucker in den Kaffee, mal nen Apfel statt irgendwas Süßes zum Fernsehen oder auch den Fernseher mal ganz ausgelassen. Stück für Stück, kleiner Schritt für kleinen Schritt kam ich den Zielen, die ich mir gesetzt hatte näher. Durch die kleinen Schritte fiel es mir auch nicht schwer. Es ist leicht Kleinigkeiten zu ändern und viele Kleinigkeiten ergeben das große ganze. Ich kann keine 10 Getränkekisten auf einmal vom Auto in meine Wohnung tragen, aber wenn ich eine nach der anderen nehme, ist es keine allzu große Herausforderung. Darum packt man auch für einen Umzug nicht alles in eine riesengroße Kiste, sondern in einzelne Kartons die gut zu tragen sind. Damit wird es eine vergleichsweise leicht lösbare Aufgabe.

Ich messe den Erfolg nicht an meinen Siegen, sondern daran, ob ich jedes Jahr besser werde.
(Tiger Woods)

Mach es Dir leicht. Gehe kleine Schritte, die Dich nicht überfordern, die sich leicht anfühlen und feiere diese Erfolge. Egal wie winzig der Fortschritt gefühlt sein mag, Du hast das geleistet. Sei stolz auf Dich und bleib dran!

Dein Alex

 

P.S.: Auch wenn es mal nicht so laufen sollte und gefühlt einen Schritt zurück geht, ist das nicht schlimm. Wir sind alle Menschen. Wichtig ist, dass Du Dich dadurch nicht entmutigen lässt. Hab ein großes Herz mit Dir!

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