Was tun, wenn Du feststeckst?

Manchmal kommt es vor, dass man gefühlt irgendwie feststeckt, nicht weiter kommt und sich im Kreis dreht. Es scheint, dass man schon jeden Gedanken zu diesem Thema gedacht, und jede Möglichkeit durchgespielt hat. Das ist ein echt doofes Gefühl. Es ist sprichwörtlich zum Mäuse melken.

Oft heißt es dann, dass man etwas Abstand gewinnen soll. „Schlaf einfach eine Nacht drüber“ ist ein häufig gehörter Ratschlag, und ein guter! Während Du schläfst arbeitet Dein Gehirn weiter. Es verarbeitet die Eindrücke des Tages und sucht weiter nach Möglichkeiten und Lösungen. So kommt man oft am nächsten Tag leicht auf eine Lösung für etwas, dass noch am Vorabend unlösbar erschien. Während Du schläfst, verarbeitet Dein Gehirn verstärkt das, mit dem Du Dich die letzte dreiviertel Stunde vor dem Schlafen beschäftigt hast. Daher ist es eine Gute Idee wenn Du Dir vor dem Schlafen gehen noch einmal damit zu beschäftigst was Du erreichen willst. Damit ist nicht gemeint, krampfhaft nach einer Lösung zu suchen die man schon den ganzen Tag nicht gefunden hat und in eine „Problem-Trance“ abzutauchen die einem die Ganze Nacht nicht schlafen lässt.

Wer sich nachts zu lange mit den Problemen von morgen beschäftigt, ist am nächsten Tag zu müde, sie zu lösen.
(Rainer Haak)

Damit ist gemeint, dass Du Dir einfach ausmalst, wie es ist, sobald Du eine Lösung gefunden hast. Wie soll das Ergebnis sein? Dann weiß dein Unterbewusstes wohin die Reise gehen soll und kann sich daran machen Lösungen und Wege zu finden während Du träumst und schläfst.
Was aber tun, wenn man nicht so lange warten kann oder will. Wenn man nicht bis morgen oder übermorgen warten kann. Auch dafür gibt es überraschend einfache „Tricks“ mit denen Du Dich aus dem „feststecken“ befreien kannst und überraschend leicht Lösungen finden kannst.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
Albert Einstein

Schön gesagt, und wie kannst Du jetzt auf die schnelle Deine Denkweise ändern? Stelle Dir einfach die folgende Frage:

Was würde ich jemand anderem mit diesem Problem Raten?

Du trittst damit praktisch aus der ganzen Szene raus. Sobald Du Dir diese Frage stellst, kannst Du emotionalen Abstand bekommen und ganz neue Facetten erkennen. Es betrifft Dich ja nicht mehr persönlich. Damit erweitert sich die Bandbreite Deiner Optionen ganz automatisch, weil Du bist es ja nicht mehr der mittendrin steckt und den Wald nicht mehr vor lauter Bäumen sieht. Du schaust jetzt von außen drauf, hast einen besseren Blick auf das Ganze und kannst Zusammenhänge besser erkennen.
Wenn Du meinst noch etwas mehr Abstand oder noch eine ganz andere Perspektive zu brauchen, dann kannst Du Dich auch das fragen:

Was würde XY tun?

Vielleicht hast Du das schon einmal gehört. Es ist eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit Deine Perspektive zu wechseln. Wie würde Dein*e beste*r Freund*in das lösen? Was würde er*sie tun oder Dir raten? Sobald Du Dir ernsthaft diese Frage stellst kannst Du praktisch in Gedanken in sie/ihn hineinschlüpfen und die Welt aus ihrer Perspektive sehen. Du wirst überrascht sein welche neuen Möglichkeiten sich Dir auftun. Falls Du Deiner*m besten Freund*in das nicht zutrauen würdest, finde einfach eine andere Person die Du kennst und der Du das zutraust. Das kann z.B. ein Vorbild sein das Du hast, und es muss nicht einmal ein realer Mensch sein. Es kann auch eine fiktive Figur aus einem Film oder Buch sein.

…aber ich kann das nicht!

Du bist jetzt auf eine, oder vielleicht sogar mehrere Lösungen gekommen und manchmal kann es sein, dass der erste Gedanke zu einer möglichen Lösung ist: „Ich kann das aber nicht!“. Keine Panik, das ist oft der erste Impuls, wenn es darum geht etwas zu tun, was außerhalb der Komfortzone liegt. Also sei ehrlich zu Dir, kannst Du oder willst Du nicht? Häufig ist den Menschen gar nicht so richtig bewusst, warum sie es nicht können sollten bzw. wollen. Du kannst Dir deshalb auch gerne Frage: „Was hindert mich?“ Beantworte Dir diese Frage ganz konkret und Prüfe deine Antwort(en)! „Stimmt das wirklich?“, „Ist es wirklich war?“ und „Kann ich das lernen?“ bzw. „Kann ich jemanden finden der mich dabei unterstützt?“. Nochmal mehr Bewusstheit schafft auch die Antwort darauf, was wäre wenn ich es einfach mache. Im Coaching hatte ich einmal eine Klientin, die darauf antwortet: „Dann müsste ich ja ………oh……genau das wollte ich!“

Wenn Du also das Gefühl hast festzustecken, wechsle die Perspektive. Was würde eine Person deines Vertrauens tun? Was würdest Du jemanden anderes raten? Wenn Du kannst, schlafe eine Nacht darüber und das Wichtigste: Kenne das Ergebnis bevor Du Dir Gedanken über den Weg dahin machst.

Ich hoffe Du findest diesen Artikel hilfreich und findest in Zukunft leichter Lösungen in scheinbar verfahrenen Situationen!

Dein Alex

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